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Tagung: „Palliativmedizin ist ein Marathon“

07.12.2017

Tagung: „Palliativmedizin ist ein Marathon“

Angehörige von Sterbenden dürfen nicht vergessen werden

Davor haben viele Menschen Angst: Man ist unheilbar erkrankt und bei der Betreuung auf seine Angehörigen angewiesen. Das ist eine Situation, die viele Menschen an ihre Grenzen bringt. Daher müssen auch betreuende Angehörige in das Blickfeld der Palliativmedizin genommen werden.

Das war ein Fazit der diesjährigen Expertentagung „Aktuelle Aspekte der Palliativmedizin“ im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum. Der Organisator Prof. Dr. Dr. med. Andreas S. Lübbe, Chefarzt der Palliativstation in der Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe, Vorsitzender des Pallium e.V. – Lebensqualität für Krebsbetroffene e.V. und Vorsitzender des Paderborner Palliativnetzes e.V., hatte zwei namhafte Referentinnen gewonnen, die sich intensiv mit der Angehörigenarbeit beschäftigen.

Prof. Dr. Karin Oechsle, Leiterin des Bereich Palliativmedizin im Zentrum für Onkologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), hat seit dem 1. Juli 2017 eine Stiftungsprofessur für Palliativmedizin mit Schwerpunkt Angehörigenforschung. Sie wünscht sich, „dass Angehörige von schwer- und sterbenskranken Menschen gleichsam als Betroffene betrachtet werden, die mitunter auch Hilfe benötigen.“ Angehörige müssten auch als Teil des Versorgungssystems von Patienten in palliativer Erkrankungssituation gesehen und systematisch eingebunden werden.

Martina Kern, Leiterin des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser-Krankenhaus in Bonn und Leiterin von Alpha-Rheinland, ist eine wichtige Wegbereiterin der Palliativmedizin in Deutschland. In Paderborn teilte sie ihren reichen Erfahrungsschatz und forderte das stetige Hinterfragen der Rahmenbedingungen in diesem speziellen Bereich der Versorgung: „Hospizarbeit und Palliativversorgung entwickeln sich immer weiter und wir haben in Deutschland schon viel erreicht. Nun gilt es, am Ball zu bleiben.“ Martina Kern bezeichnete die Palliativmedizin als Marathon - eine Entwicklung, die einen langen Atem braucht: „Die betroffenen Patienten haben aber keine Lebenszeit mehr und benötigen Kurzstrecke.“

Mit dem Blick auf die Expertinnen und Experten sagte Martina Kern, dass es eine wichtige Lernaufgabe sei einzusehen, dass der Prozess, den man mit den Menschen gehe wichtiger ist, als das Ziel.
Den lokalen Bezug stellte Prof. Dr. Dr. med. Andreas S. Lübbe her. „In der Region sind wir mit dem Palliativnetzwerk für die Kreise Höxter und Paderborn, was die Expertise und das Engagement angeht, schon sehr gut aufgestellt.“ Fünf Punkte stehen derzeit im Fokus: Die Vermeidung der Übertherapie, das Erweitern der Angebote, die Schaffung von Strukturen, dem Leiden durch neue Zugangswege zum Patienten anders begegnen und Haltung beziehen zum Beispiel gegenüber unterschiedlichen Formen der Tötung auf Verlangen oder Skeptikern der Palliativmedizin.

Bild: Standen den Tagungsgästen Rede und Antwort (v. l.): Martina Kern, Prof. Dr. Dr. med. Andreas S. Lübbe und Prof. Dr. Karin Oechsle.

Foto: Heiko Appelbaum

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