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01. Juni 2026

„Wir beerdigen die Toten, aber niemals die Erinnerung!“ – Unter diesem Motto hat die Stadt Bad Lippspringe in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein vier neue Gedenktafeln auf dem Waldfriedhof aufgestellt. Diese erinnern an die Opfer von Krieg und Gewalt und geben anschauliche Informationen zu den historischen Hintergründen.
Konkret befassen sich die Gedenktafeln mit den jüdischen Gräbern, den Kriegsgräbern der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, dem Schicksal der Brüder Kusserow sowie der Franziskanerinnen. Mit viel Fingerspitzengefühl und der fachkundigen Unterstützung von Joachim Hanewinkel, Geschäftsführer der Heimatvereins, hat die Stadtverwaltung auf vier Tafeln zahlreiche Informationen zusammengetragen und für die Besucherinnen und Besucher des Waldfriedhofs aufbereitet.
So erfahren die Leserinnen und Leser beispielsweise, dass der alte jüdische Friedhof im heutigen Eingangsbereich der Gartenschau im Jahr 1941 aufgelöst wurde und die Gebeine einiger jüdischer Verstorbener daraufhin auf eine Anhöhe auf dem Waldfriedhof umgebettet wurden. Die zweite Tafel listet die Namen der auf dem Waldfriedhof bestatteten Arbeiterinnen und Arbeiter auf, die während der Nazi-Zeit zum Dienst in der Landwirtschaft, in örtlichen Fabriken oder in Kurpensionen gezwungen wurden.
Auch das Schicksal der Brüder Kusserow ist Thema einer Gedenktafel. Wilhelm und Wolfgang wurden im Laufe des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen, verweigerten diesen aber aus Glaubensgründen und wurden deshalb hingerichtet. Und auf Tafel Nummer vier erfahren die Besucherinnen und Besucher des Waldfriedhofs Näheres zur aufopferungsvollen Tätigkeit der Franziskanerinnen, die sich im Sanatorium Marienstift unter anderem um Kriegsverwundete kümmerten.