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12. Juni 2026

Nachdem in der Eichenallee und auf dem Burg-Spielplatz im Bad Lippspringer Alleenviertel einige Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen waren, nimmt die Stadtverwaltung das Thema verstärkt in den Blick. Denn auch wenn eine Fachfirma die Nester längst beseitigt hat, ist die Gefahr noch nicht gebannt.
Weitere Raupen können jederzeit auftauchen, weshalb die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes aktuell vermehrt Baumkontrollen durchführen. Zudem setzen sie auf die Mithilfe der Bevölkerung. Wer Nester oder andere Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem Eichenprozessionsspinner bemerkt, kann diese telefonisch bei Andrea Niekant unter 05252-26213 melden. Alternativ ist auch eine Meldung mit Foto und genauem Standort über den städtischen Mängelmelder möglich.
Im Verdachtsfall schaut sich der städtische Baumkontrolleur das Nest vor Ort an. Bestätigt sich der Befall und befindet sich dieser im öffentlichen Bereich, kümmert sich die Stadtverwaltung um die fachgerechte Beseitigung. Auf privaten Grundstücken ist der jeweilige Eigentümer dafür verantwortlich. Da die feinen Haare des Eichenprozessionsspinners ein Gift enthalten, das schwere allergische Reaktionen auslösen kann, sollten Bürgerinnen und Bürger die Raupen aber niemals eigenständig entfernen. Stattdessen rät die Stadt dringend dazu, eine geeignete Fachfirma einzubeziehen. Informationen dazu gibt der städtische Baumkontrolleur gerne weiter.
Um die Bevölkerung bestmöglich vor dem Eichenprozessionsspinner zu schützen, stellen Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs in den betroffenen Bereichen Warnschilder auf und kennzeichnen alle befallenen Eichen mit einem gelben „E“. Darüber hinaus sollten Menschen und Tiere mindestens zehn Meter Abstand von befallenen Bäumen halten, bei starkem Wind auch deutlich mehr.
Copyright Foto: Wut_Moppie/Shutterstock.com

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopea processionea) ist ein unscheinbarer Nachtfalter, der in Deutschland zunehmend für Aufsehen sorgt. Während die erwachsenen Falter harmlos sind, stellen insbesondere die Raupen eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier dar. Sie befallen bevorzugt Eichenbäume und treten vor allem in den Sommermonaten in Erscheinung.
Aussehen und Lebenszyklus
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind braun-gelblich, werden bis zu 5 cm groß und besitzen charakteristische, weiße Seitenstreifen. Besonders auffällig ist ihr Verhalten: Sie bewegen sich in langen Prozessionen – hintereinander herlaufend – vom Nest zum Fressplatz, was ihnen ihren Namen eingebracht hat.
Der Entwicklungszyklus beginnt im Frühjahr, wenn die Raupen aus den Eiern schlüpfen und sich in Gruppen an Eichenblättern ernähren. Im Verlauf bilden sie große, gespinstartige Nester an Stamm und Ästen, in denen sie sich tagsüber aufhalten und auch verpuppen. Die Verpuppung erfolgt im Hochsommer, woraufhin im Juli/August die unscheinbaren Falter schlüpfen.
Gefahren für Mensch und Tier
Die Raupen tragen ab dem dritten Larvenstadium sogenannte Brennhaare, die ein Eiweißgift (Thaumetopoein) enthalten. Diese winzigen Härchen brechen leicht ab und können durch Luftverwirbelungen über weite Strecken getragen werden.
Sie verursachen:
• Hautreizungen (Juckreiz, Ausschläge)
• Augen- und Atemwegsreizungen
• In seltenen Fällen allergische Schockreaktionen
Auch Hunde, Pferde und andere Tiere können betroffen sein.
Verhalten bei Sichtung
Bei Kontakt oder dem Fund von Nestern ist Vorsicht geboten:
• Nicht berühren! Weder Raupen noch Nester sollten angefasst werden.
• Umsichtiges Verhalten! Befallene Bäume im öffentlichen Bereich werden mit einem gelben „E“ gekennzeichnet, um die betroffenen Stellen für die Öffentlichkeit klar erkennbar zu machen.
• Gesundheitliche Beschwerden? Nach Kontakt sofort Kleidung wechseln, duschen und bei Symptomen ärztlichen Rat einholen.
• Befall melden: Sichtungen in öffentlichen Bereichen bitte telefonisch bei Andrea Niekant unter 05252-26213 melden. Alternativ ist auch eine Meldung mit Foto und genauem Standort über den städtischen Mängelmelder möglich.
Maßnahmen & Schutz
Kommunen und Fachfirmen bekämpfen den Eichenprozessionsspinner mit biologischen Mitteln oder durch Absaugen der Nester. Privatpersonen sollten keinesfalls eigenständig handeln, da eine unsachgemäße Beseitigung die Gefahr noch erhöhen kann.
Verwechslungsgefahr mit der harmlosen Gespinstmotte
Immer wieder kommt es zu Verwechslungen zwischen dem Eichenprozessionsspinner und der Gespinstmotte (insbesondere der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte oder Apfel-Gespinstmotte). Beide Arten bilden auffällige Gespinste, doch es gibt klare Unterschiede:
• Standort: Gespinstmotten befallen vor allem Sträucher und Obstbäume wie Pfaffenhütchen, Weißdorn oder Apfelbäume – keine Eichen.
• Aussehen des Gespinsts: Die Nester der Gespinstmotte hüllen ganze Sträucher oder Baumkronen gespenstisch weiß ein. Beim Eichenprozessionsspinner befinden sich die Nester meist am Stamm oder stärkeren Ästen von Eichen und wirken fester und grauer.
• Gefahr: Gespinstmotten sind völlig harmlos für Mensch und Tier. Sie tragen keine Brennhaare, die gesundheitliche Reaktionen auslösen können.
Eine genaue Bestimmung kann im Zweifel durch Fachleute erfolgen. Wichtig ist: Nicht jeder gespinstartige Befall ist gefährlich.
Hinweis: Der Schutz vor dem Eichenprozessionsspinner ist eine gemeinsame Aufgabe. Achten Sie auf Warnhinweise, sensibilisieren Sie Kinder und schützen Sie Ihre Haustiere bei Spaziergängen durch befallene Gebiete.
Copyright Foto: Christian Schwier/Shutterstock.com