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Ein Krankenhaus für Kamerun

12.07.2018

Ein Krankenhaus für Kamerun

Johanna Brockmeyer, Studentin der Hochschule OWL aus Bad Lippspringe, hat mit Ärzten eine Klinik entworfen

Zunächst war es nur eine Idee, dann entwickelte sich eine Bachelor-Arbeit mit Bestnote und am Ende könnte in der kamerunischen Stadt Bandjoun ein zukunftsweisendes Krankenhaus entstehen.

Anderson Kuetche ist seit 2016 als Oberarzt in der zum Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe gehörenden Cecilien-Klinik, einer onkologische Schwerpunktklinik für Anschlussrehabilitation, tätig. Seit 2002 leitet der Arzt mit Wurzeln in Kamerun ein Hilfsprojekt, das sich um die Verbesserung von Gesundheit und Bildung in Afrika kümmert.

In diesem Rahmen entstand der Wunsch, in Zentralafrika ein Krankenhaus zu bauen, das Rehabilitation und Sportmedizin nach deutschem Vorbild vereint. Mit Prof. Dr. Dr. Andreas S. Lübbe, Chefarzt der Cecilien-Klinik und Ärztlicher Direktor des MZG, fand Anderson Kuetche schnell einen Fürsprecher.

Die Anfrage in einem Architekturbüro in Bad Lippspringe war von Erfolg gekrönt: Johanna Brockmeyer studierte seinerzeit im Fachbereich „Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur“ der Hochschule OWL und war auf der Suche nach einem Thema für ihre Bachelorthesis. Einer ihrer Dozenten, Prof. Dipl.-Ing. Manfred Lux, forscht regelmäßig im Senegal und gilt als Kenner afrikanischer Architektur. „Es entstand in kürzester Zeit ein kleines Netzwerk und das Thema meiner Abschlussarbeit konnte festgelegt werden“, erinnert sich Johanna Brockmeyer.

Nun galt es für die Studentin, sich von Bad Lippspringe aus mit den baulichen Gegebenheiten in Kamerun vertraut zu machen. Regelmäßig tauschte sie sich mit Anderson Kuetche und Prof. Dr. Dr. Andreas S. Lübbe aus, um zu besprechen, welche Maßstäbe für den Bau eines Krankenhauses gelten. Dass das Projekt nicht nur für die Schublade geplant ist, macht Anderson Kuetche deutlich: „Wir haben uns parallel um finanzielle Förderungen gekümmert und wünschen uns, dass eine Hilfsorganisation langfristig die Trägerschaft für das Krankenhaus übernimmt. Das Budget allein für den Bau und die Einrichtung liegt bei rund zehn Millionen Euro. Wir planen keine Klinik im herkömmlichen Sinne, sondern ein Zentrum für Prävention, Behandlung und Rehabilitation von zerebro- und kardiovaskulären Erkrankungen, decken also die Blutgefäße des Hirns und des Herzens ab. Dieses Konzept ist bisher in Zentralafrika neu, aber der Bedarf ist absolut da.“

Johanna Brockmeyer konzipierte ein rundes Gebäude mit einem verschobenen Mittelpunkt. „Das ist zweckmäßig und passt auch zur regionalen Architektur. Zudem spiegelt es die Wünsche der Ärzte vor Ort“, sagt die Bad Lippspringerin. Als ein mögliches Baumaterial hat sie Stampflehm vorgeschlagen, der sich in Zentralafrika seit Jahrhunderten bewährt hat. Der Entwurf hat alle Beteiligten überzeugt; die Studentin erhielt für ihren Vorschlag die Bestnote 1,0.
Wenn das Gebäude dann steht, könnte hier auch die Ausbildung des Personals erfolgen. Organisatorisches Vorbild wären dann die MZG-Fachschulen im Lippe-Institut.

Bis zum ersten Spatenstich kann der Weg noch etwas länger sein. „Wir warten auf die finale Zusage der Behörden vor Ort“, sagt Anderson Kuetche. Sobald diese vorliegt, könnte mit den Vorarbeiten begonnen werden. Und spätestens dann möchte Johanna Brockmeyer nach Kamerun reisen, um das gemeinsame Projekt in Augenschein zu nehmen.

www.medizinisches-zentrum.de

Bild: Präsentieren ein Modell der geplanten Klinik (v. l.): Prof. Dr. Dr. Andreas S. Lübbe, Anderson Kuetche, Johanna Brockmeyer und Prof. Dipl.-Ing. Manfred Lux.

Foto: Heiko Appelbaum


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