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Modellprojekt in der Gesamtschule zu Ende gegangen

02.06.2021

Modellprojekt in der Gesamtschule zu Ende gegangen

In der Corona-Krise setzten die Schulen bisher je nach Bedarf auf einen Mix aus Distanz- und Wechselunterricht. Das könnte sich vielleicht bald schon ändern: In der Gesamtschule Bad Lippspringe ist gestern ein zweiwöchiges Modellprojekt zu Ende gegangen. Getestet wurde die neu entwickelte Digitallösung "Kinexon Safezone" - ein mit Sensoren gespicktes Armband, das Schülerinnen und Schüler sekundenschnell warnt, sollten sie den vorgeschriebenen Mindestabstand nicht einhalten.

Angefangen hat alles vor etwa zwei Monaten in einer Talkrunde bei Markus Lanz. Gäste des Abends waren unter anderem der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Linnemann und die Medizinethikerin Prof. Christiane Woopen.

"Wir kamen schnell ins Gespräch", erinnert sich Linnemann. "Und dabei erfuhr ich erstmals von einer neu entwickelten Digitallösung namens Kinexon SafeZone". Es handelt sich dabei um eine Art Frühwarnsystem, das nach Aussage des Herstellers "präzise, effizient und anonym vor infektionskritischen Personenkontakten schützt". Zu den ersten Kunden gehören neben den Unternehmen Henkel und Nespresso auch zahlreiche Vereine der amerikanischen National Football League.

Aus dem Gespräch mit Christiane Woopen nahm Linnemann die Anregung mit, den Einsatz der "Kinexon SafeZone" erstmals auch an einer Schule im Kreis Paderborn zu prüfen. Bad Lippspringes Bürgermeister Ulrich Lange zeigte sich offen für den Vorschlag. Und so wurde die örtliche Gesamtschule als Modellschule ausgewählt.

Bis die Idee in die Tat umgesetzt werden konnte, sollte allerdings noch einige Zeit vergehen. "Das lag aber nicht an der Schulleitung oder dem Bad Lippspringer Schulamt", betont Linnemann mit Nachdruck. Für den mehrwöchigen Zeitverzug macht er das "mehr als bürokratische Verhalten" der Bezirksregierung in Detmold verantwortlich: "Dieses Beispiel hat mir einmal mehr gezeigt, wir müssen schneller werden und raus aus der Komfortzone."

Vor genau zwei Wochen ging der Modelversuch dann endlich an den Start, gestern endete er. Im Fokus: die Jahrgangsstufe Zwölf der Bad Lippspringer Gesamtschule. Von den insgesamt 42 Schülerinnen und Schülern beteiligten sich immerhin 38. "Das ist eine sehr gute wie aussagekräftige Quote", sagte Rektorin Roswitha Hillebrand gestern bei einem Vororttermin.

Mögliche Vorbehalte konnten vorab in Gesprächen mit Lehrern, Schülern, Eltern und dem Datenschutzbeauftragten ausgeräumt werden. "Und auch der Kontakt zu dem bayrischen Start-Up-Unternehmen Kinexon war von Anfang an vorbildlich eng und vertrauensvoll", macht der Oberstufenleiter und Projektkoordinator Markus Apel gegenüber dieser Zeitung deutlich.

Und so lief der Modellversuch im Einzelnen ab: Jeden Morgen erhielt jeder Teilnehmer ein "SafeTag" ausgehändigt, das anschließend aktiviert und in ein Armband eingesetzt wurde.

Jeder "SafeTag" ist gespickt mit jeder Menge hochsensibler Technik. Kernelement sind kleine Sensoren, die einmal pro Sekunde den Abstand untereinander messen. Gleichzeitig ermitteln sie punktgenau die Dauer eines Kontakts zwischen zwei Personen. Die Messung erfolgt in Echtzeit. Wird der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen zwei Schülerinnen oder Schülern für längere Zeit (frei konfigurierbar) unterschritten, geben die Sensoren ein Lichtsignal oder einen akustischen Warnton ab. Für die zentimetergenaue Messung ist keine weitere Infrastruktur notwendig.

Auch den Auflagen des Datenschutzes haben Schule und Unternehmen nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Wochen in vollem Umfang Rechnung getragen: Alle Daten wurden anonymisiert und zentral auf einem gesicherten Server gespeichert.

"Die Stärke der neuen Digitallösung liegt vor allem in ihrer Schnelligkeit: Kommt es zu einer Covid 19-Infektion an einer Schule, können die Kontaktpersonen in kürzester Zeit ermittelt und in Quarantäne geschickt werden", erläutert David Tyler vom Bad Lippspringer Schulamt.

Obwohl eine umfassende Auswertung noch aussteht, fällt das erste Fazit von Rektorin Roswitha Hillebrand sehr positiv aus: "Ein Pilotprojekt wie dieses kann ich mir auch für die Zukunft vorstellen. Zumal es wie in diesem Fall der Gesundheit von Lehrern und Schülern dient."

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen die beiden Schülersprecher. So sieht sich Nico Grosse durch den Modellversuch in seiner Meinung bestätigt, dass es jetzt und auch in Zukunft gemeinsame Berührungspunkte zwischen Schule und Wirtschaft geben müsse. Und Marie Klüe spricht von einem Erkenntnisgewinn: "Vorher war mir und vielen anderen auch nicht bewusst, was genau ein Mindestabstand von 1,50 Metern bedeutet." Der Test an der Gesamtschule habe sie in vielem sensibler gemacht. Bürgermeister Ulrich Lange zufolge soll die Universität Paderborn in die Auswertung des Modellprojekts mit einbezogen werden.

Foto:

Vor zu nahen Kontakten wird gewarnt: Die beiden Schülersprecher Nico Grosse und Marie Klüe präsentieren den neu getesteten "Kinexon SafeTag" . Mit im Bild der Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Linnemann, Bürgermeister Ulrich Lange, David Tyler, der neue Ordnungsamtsleiter und Markus Apel, Leiter der Oberstufe. Foto: Klaus Karenfeld

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